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Suché skály: Die böhmischen Dolomiten des Böhmischen Paradieses

Suché skály bei Besedice sind ein stilles Felsenlabyrinth mit Waben, von Einheimischen böhmische Dolomiten genannt, ohne Eintritt.

Suché skály liegen ein Stück von dem Dorf Besedice entfernt, zwischen Malá Skála und Rovensko pod Troskami, und auch wenn die Einheimischen sie "böhmische Dolomiten" nennen, findet ihr hier keine Kalksteingipfel und keinen Touristenandrang – nur hellgraue Sandsteintürme, die wie verwitterte Zähne aus dem Wald ragen, und vollkommene Stille. Genau dieser Kontrast zwischen dem blassen, an Dolomitgestein erinnernden Fels und dem dunklen Wald ringsum hat dem Namen seinen Ursprung gegeben, und wer hier einmal im Morgenlicht unterwegs war, versteht warum.

Ein Labyrinth aus Gängen, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen lieben

Suché skály sind Teil des Naturreservats Klokočské skály und bestehen eher aus schlanken Türmen und schmalen Gängen als aus den massiven Blöcken, die man etwa von Hrubá Skála kennt. Der Sandstein ist hier durch Erosion zu welligen Mustern verwittert – die Einheimischen nennen sie Waben, weil sie an Bienenwaben erinnern. Der Rundweg führt durch enge Schluchten, in denen sich Erwachsene manchmal seitlich drehen müssen, und genau deshalb macht es Kindern so viel Spaß – es ist ein bisschen wie ein Spaziergang durch ein Labyrinth, nur ohne ein einziges "Zutritt verboten"-Schild.

Sicherheit in den Schluchten

Auch wenn die Durchgänge eng sind, handelt es sich um kein alpines Klettern – die meisten Schluchten haben einen ebenen Boden und Wände in Armreichweite. Trotzdem empfehlen wir, kleinere Kinder in den engsten Passagen an der Hand zu halten, der Fels ist nach Regen rutschig, und mancherorts muss man den Kopf einziehen. Den Rucksack hängt man besser nach vorne um, damit er nicht zwischen den Wänden hängenbleibt – das haben wir bei unserem ersten Besuch am eigenen Leib gelernt.

Namen, die Einheimische den Felsen gaben

Die meisten Türme in den Suché skály tragen keine offiziellen Schilder mit Namen wie die bekannteren Prachovské skály, trotzdem nennen Einheimische Kletterer und Hüttenbesitzer sie seit jeher Namen wie Turm, Schornstein oder Scharfe Nadel – je nachdem, an was sie die Form erinnerte. Diese inoffizielle Karte wird eher mündlich weitergegeben als auf Papier, und wenn ihr jemanden aus Besedice fragt, wie man zu "der mit dem Auge" kommt, zeigt er euch wahrscheinlich genau, welches Felsentor gemeint ist. Gerade diese Unförmlichkeit gefällt uns an den Suché skály am besten – hier ist nichts übertrieben touristisch ausgestattet, und trotzdem kann man sich nicht wirklich verirren, der Rundweg ist klar markiert.

Suché skály zu verschiedenen Jahreszeiten

Im Sommer kommen wir eher gegen Abend hierher, wenn die Sonne nicht mehr brennt und das Licht seitlich auf die Türme fällt – die Schatten zwischen den Felsen sind dann dramatischer als am Mittag. Im Herbst ist es hier am stillsten, gefallenes Laub dämpft die Schritte, und in den Schluchten riecht es nach feuchtem Moos. Im Winter, wenn Schnee fällt, bekommen die Waben auf den Felsen einen ganz anderen Charakter – die feinen Vertiefungen füllen sich mit Weiß, und die Türme sehen fast aus wie mit Zuckerguss übergossen. Ein Frühlingsbesuch hat wiederum den Vorteil von frischem Grün und weniger Mücken als im Sommer. Zu welcher Jahreszeit ihr auch kommt, rechnet damit, dass die Wege naturbelassen und nach Regen rutschig sind.

Wie diese ungewöhnlichen Formen entstanden sind

Der Sandstein wurde hier vor Jahrmillionen von einem Meer abgelagert und wird seitdem von Wind, Regen und Frost geformt. Die wabenartigen Vertiefungen entstehen, wenn Wasser das Bindemittel zwischen den Sandkörnern ungleichmäßig auflöst – weichere Stellen verschwinden schneller, härtere bleiben als Rippen stehen. Das Ergebnis sind Muster, die aus der Ferne fast wie Bildhauerarbeit wirken, obwohl nie ein menschlicher Meißel daran gearbeitet hat.

Der markierte Rundweg ist knapp drei Kilometer lang und ist auch für eine weniger geübte Familie in knapp zwei Stunden inklusive Pausen zu schaffen. Der Zugang zum Reservat ist frei, ohne Drehkreuze und Öffnungszeiten – die einzige Einschränkung gilt abseits der markierten Wege, wo der Zutritt zum Schutz der Natur ganzjährig verboten ist.

Ein Aussichtspunkt ohne Warteschlange

An einem der höchsten Punkte des Rundwegs liegt ein kleiner Aussichtspunkt mit Blick Richtung Kozákov und bei klarem Wetter sogar bis zum Ještěd. Es gibt hier kein Geländer und keine Aussichtsplattform wie an den beliebteren Orten der Region – nur ein Stück Fels, auf dem man sitzen und die Beine über die Baumkronen baumeln lassen kann. Wir kommen am liebsten früh morgens hierher, wenn im Tal unter den Felsen noch Nebel liegt und sich die Sonne zwischen den Türmen bricht.

Nach einem Ausflug zu den Suché skály ist es schön, ohne Eile irgendwohin zurückzukehren. Im Apartment in der Markova-Straße in Jičín habt ihr eine eigene Küche, sodass ihr euch nach einem Tag im Wald gleich bei der Ankunft eine warme Mahlzeit kocht, und ein eigenes Bad mit Dusche nur für euch – kein Warten auf andere Gäste. Der kostenlose Parkplatz am Haus und nur etwa 6 Gehminuten zum Jičíner Ring machen daraus eine bequeme Basis auch für Ausflüge außerhalb von Jičín selbst.

Klokočí und die umliegenden Dörfer

Suché skály sind nur ein Teil des größeren Systems der Klokočské skály, das sich von Besedice weiter bis zum Dorf Klokočí zieht. Wer Zeit hat, kann den Rundweg verlängern und mit einem Spaziergang um die Teiche bei Klokočí verbinden oder mit dem Rad bis zum Aussichtspunkt Pantheon oberhalb von Malá Skála fahren, keine fünf Kilometer entfernt. Die Wege hier sind überwiegend unbefestigte Waldwege, nach Regen also mit Matsch rechnen.

Kombination mit einem weiteren Ausflug

Die Suché skály allein beanspruchen etwa zwei bis drei Stunden und eignen sich deshalb gut als Ergänzung zu einem längeren Tag draußen. Wir kombinieren sie am häufigsten mit einem Vormittagsausflug nach Sobotka oder einem Nachmittag am Fluss in Malá Skála – beide Orte sind mit dem Auto keine 15 Minuten entfernt. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann die Runde auch mit einer Schleife über Klokočí und zurück um die Teiche verbinden, insgesamt kommen dann etwa 15–20 Kilometer leichtes Gelände zusammen.

Was mitnehmen

  • festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle – die Felsen sind nach Regen auch auf dem Hauptweg glatt
  • einen Snack und Wasser – bei Suché skály gibt es weder Kiosk noch Restaurant
  • eine Kamera für Details – die Waben auf den Felsen sehen aus der Nähe ganz anders aus als aus der Ferne
  • in der Saison ein Insektenschutzmittel, die feuchteren Waldabschnitte ziehen Mücken an

Praktischer Tipp zum Schluss

Suché skály funktionieren am besten als halbtägiger Ausflug, kombiniert mit etwas anderem – etwa einem Zwischenstopp in Sobotka auf der Hinfahrt oder einem Abendessen in Malá Skála auf dem Rückweg. Wir selbst fahren am liebsten im Frühling dorthin, wenn der Wald noch licht ist und die Felsen gleich nach dem Regen nach Moos duften.

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