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Věžický rybník: verstecktes Idyll bei den Prachauer Felsen

Der Věžický rybník ist ein versteckter Teich mit Felsen, die direkt aus dem Wasser wachsen, ganz nah bei den Prachauer Felsen und Jičín.

Der Věžický rybník, von den Einheimischen nur Věžák genannt, liegt versteckt im Wald mitten im Naturschutzgebiet Podtrosecká údolí – und selbst viele Tschechen, die seit Jahren ins Böhmische Paradies fahren, haben noch nie von ihm gehört. Dabei genügt ein kurzer Abstecher wenige Kilometer hinter die Prachauer Felsen, um eines der fotogensten Gewässer der ganzen Region zu finden.

Felsen, die direkt aus dem Wasser wachsen

Was den Věžák so besonders macht, ist sein südwestliches Ufer: Die Sandsteinfelsen fallen hier nicht über einen sanften Hang zum Wasser ab, sondern wachsen direkt aus der Oberfläche und spiegeln sich darin zusammen mit den Kiefern, die auf ihnen wachsen. Vom Damm aus führt ein schmaler Pfad hinauf auf den Felsen, von wo aus sich einer der schönsten Ausblicke der Gegend bietet – auf das gesamte Věžické-Tal und in der Ferne auf die Ruine der Burg Trosky mit ihren beiden Türmen, Baba und Panna. Fotografen kommen vor allem wegen des Morgennebels hierher, wenn die Wasseroberfläche noch glatt ist und die Felsenspiegelung am schärfsten wirkt.

Wo es liegt und wie man von Jičín hinkommt

Der Teich liegt bei der Ortschaft Troskovice, etwa 20 Kilometer von unseren Apartments in Jičín entfernt – mit dem Auto sind das gut eine halbe Stunde über Podůlší und Rovensko pod Troskami. Schöner ist es aber, mit dem Auto bis zum Parkplatz bei Vidlák zu fahren und das letzte knappe Kilometer-Stück zu Fuß durch den Wald zu gehen – so erspart man sich die Parkplatzsuche direkt am Wasser, wo es oft keine Stellplätze gibt. Von dort führt eine Rundtour um beide Teiche, Vidlák und Věžák, zusammen knapp 5 Kilometer auf ebenem Weg, auch für kleinere Kinder gut geeignet.

Woher die Teiche hier stammen

Die meisten Teiche im Böhmischen Paradies entstanden bereits unter Karl IV. und später im 15. und 16. Jahrhundert, als die Karpfenzucht zu einem einträglichen Geschäft der adligen Güter wurde. Der Věžák diente wie Dutzende andere Teiche der Umgebung vor allem der Fischzucht, und bis heute wird hier gefischt – auf dem Damm trifft man gelegentlich einen Angler mit Rute, während wenige Meter weiter Touristen den Sonnenuntergang fotografieren. Im Böhmischen Paradies gibt es buchstäblich an jeder Ecke einen Teich, aber nur wenige haben eine so dramatische Felskulisse wie der Věžák.

Was man sonst noch in der Umgebung sehen sollte

  • die Klokočské- und Betlémské-Felsen – eine knapp einen Kilometer breite Felswand oberhalb des Dorfes Klokočí, beliebt bei Kletterern, findet man ein Stück westlich,
  • die Prachauer Felsen – die Hauptfelsenstadt des Böhmischen Paradieses mit Aussichtsrundwegen liegt etwa 7 Kilometer entfernt,
  • die Burg Trosky – die Ruine mit den zwei Türmen ist schon vom Teich aus zu sehen, der Aufstieg auf den Turm Panna lohnt aber einen eigenen Stopp,
  • Schloss Hrubá Skála – heute ein Hotel auf einem Felssporn über der Landschaft, etwa 6 Kilometer von hier,
  • im Sommer kann man im Věžák auch baden – das Wasser ist kühler als in den Becken bei den Prachauer Felsen, am Wochenende ist es hier aber meist ruhig, weil den Teich vor allem Einheimische kennen.

Geschützte Feuchtgebietslandschaft

Der Věžák liegt mitten im Naturschutzgebiet Podtrosecká údolí, das 1999 auf einer Fläche von knapp 142 Hektar ausgewiesen wurde (dazu kommen weitere 160 Hektar Pufferzone). Geschützt wird hier der größte zusammenhängende Komplex an Feuchtgebietsbiotopen im ganzen Böhmischen Paradies – Moore, feuchte Wiesen und ein System von Teichen entlang der Bäche Žehrovka und Jordánka. Hier leben seltene Arten wie der fleischfressende rundblättrige Sonnentau oder das Frühlings-Knotenblümchen, und über der Wasseroberfläche schießt oft ein Eisvogel mit seinem typischen blauen Federblitz vorbei.

Tipp für Fotografen

Die beste Aufnahme der im Wasser gespiegelten Felsen gelingt vom Steg unterhalb des Damms oder direkt vom Pfad auf dem Felsen darüber – probiert ein Weitwinkelobjektiv und einen niedrigen Winkel, damit mehr Himmel und Spiegelung im Bild sind. Ein windstiller Morgen ist unbezahlbar, abends weht häufiger Wind aus Südwesten, der die Wasseroberfläche kräuselt. Wer ein Stativ mitnimmt, sollte bedenken, dass der Weg zum Teich streckenweise über einen schmalen Waldpfad führt – ein leichtes Set zahlt sich hier mehr aus als schwere Teleobjektive.

Mit dem Rad um die Teiche

Wer lieber radelt als wandert, kann vom Parkplatz Vidlák aus eine Runde über Věžák, U Přibyla, den Teich Nebák bis nach Roveň und Podhůra drehen – zusammen etwa 13,5 Kilometer auf Wald- und Feldwegen, auch mit dem Trekkingrad machbar. Der Weg führt an weiteren kleineren Teichen vorbei, sodass auch die Radtour mehr bietet als nur den Věžák selbst.

Wann man am besten kommt

Im Frühling und Herbst ist hier am wenigsten los und das Licht zum Fotografieren am besten, im Sommer schätzt man den Schatten der Kiefern auf den Felsen über dem Damm, wenn man sich nach dem Baden vor der Sonne verstecken will. Im Winter frieren Teich und umliegende Felsen zu einer eindrucksvollen Kombination aus Eis und Schnee auf Sandstein zu, die Wege sind dann aber rutschig – Wanderstöcke oder zumindest Grödel für die Schuhe sind ratsam.

Für uns aus Jičín ist der Věžák ein typischer Halbtagesausflug: morgens losfahren, die Runde um beide Teiche gehen, unterwegs an den Felsen über dem Damm halten und nachmittags zurück im Apartment in der Markova-Straße sein. Unsere Gäste schätzen das vor allem, weil sie eine eigene Küche haben – vor der Abfahrt kocht man in Ruhe Mittagessen, und nach dem Ausflug macht man sich abends ein Abendessen, ohne zu überlegen, wo in Jičín um zehn Uhr abends noch etwas offen hat. Wer die Beine noch vertreten möchte, kann vom Věžák aus zu Fuß weiter nach Troskovice und zur Burg Trosky gehen – der Weg schließt an einen markierten Wanderweg an.

Praktischer Tipp

Der Weg zum Teich führt streckenweise durch unbefestigten Wald und ist nach Regen matschig – festes Schuhwerk ist hier Pflicht, keine Empfehlung. Und wer die Felsen im besten Licht im Wasser gespiegelt sehen möchte, kommt am frühen Abend oder frühen Morgen, wenn die Sonne tief steht und die Wasseroberfläche ruhig und windstill ist.

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