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Burg Zvířetice: Ruine über der Jizera

Burg Zvířetice: die malerische Ruine über der Jizera bei Bakov ist ein perfektes Tagesausflugsziel ab Jičín.

Burg Zvířetice erhebt sich auf einem Felssporn über der Jizera, ein Stück hinter Mnichovo Hradiště, und obwohl von ihr heute vor allem die Umfassungsmauern und ein Turm übrig sind, lohnt sich der Ausblick von oben den Viertelstunden-Aufstieg allemal. Wer Ruhe ohne Touristenmassen sucht, trifft hier selbst an Sommerwochenenden eher auf ein paar Familien und Radfahrer als auf Warteschlangen wie bei den großen Burgen der Umgebung.

Eine Ruine mit Aussicht, für die sich der Aufstieg lohnt

Die Burg steht auf einem Sporn über einer Flussschleife der Jizera, sodass sich von hier ein weiter Blick über die Landschaft öffnet – in die eine Richtung auf die Hügel Richtung Bezděz, in die andere auf die Wälder um Mnichovo Hradiště. Der Weg nach oben führt vom Dorf Zvířetice aus über einen Waldpfad, dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten und ist mit festem Schuhwerk auch für kleinere Kinder gut zu schaffen.

Eine bewegte Geschichte an der Grenze zweier Regionen

Eine Burg stand hier bereits im 14. Jahrhundert, und im Laufe der Jahrhunderte gehörte sie gleich mehreren Adelsgeschlechtern – überlieferten Quellen zufolge wirtschafteten hier zeitweise auch die Wallensteins, dasselbe Geschlecht, das wenige Kilometer entfernt später das Schloss in Mnichovo Hradiště errichtete. Wie viele andere Burgen entlang der Jizera sollte auch Zvířetice vermutlich einen Handelsweg und eine Furt über den Fluss sichern, was ihre strategische Lage auf dem Sporn direkt über dem Wasser erklärt. Den endgültigen Niedergang besiegelte ein Brand Ende des 17. Jahrhunderts, nach dem die Burg allmählich zur Ruine wurde – und die Bewohner der Umgebung nutzten sie über weitere Jahrhunderte als Steinbruch für ihre Häuser.

Im 20. Jahrhundert nahm sich ein Verein von Enthusiasten der Burg an, restaurierte nach und nach Teile des Mauerwerks und öffnete den Turm als Aussichtspunkt. Dadurch wirkt Zvířetice heute nicht wie ein vergessener Steinhaufen, sondern wie ein lebendiges Denkmal, an dem Arbeitseinsätze, geführte Besichtigungen und gelegentlich kleine kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Die beste Zeit für einen Besuch

Die Ruine ist ganzjährig zugänglich, am angenehmsten ist ein Besuch aber von Frühling bis Herbst, wenn die Wege in der Umgebung trocken sind und am Hang unter der Burg kein Schlamm droht. Im Winter ist der Pfad oft glatt und lässt sich ohne Geländer schlecht begehen, an frostigen Tagen fährt man besser woanders hin. Morgens gegen acht oder abends kurz vor der Dämmerung sind die wenigsten Besucher da, und das Licht fällt am schönsten auf das Mauerwerk – das wissen vor allem Fotografen zu schätzen, die die Silhouette des Turms vor der untergehenden Sonne genau kennen.

Natur in den Flussschleifen der Jizera

Unterhalb der Burg schlängelt sich die Jizera in weiten Mäandern, umgeben von Wiesen und Feldgehölzen, in denen man häufiger Vögel als Menschen antrifft – vor allem früh morgens oder in der Abenddämmerung. Entlang des Flusses verläuft auch ein Radweg, der Familien zu einer ruhigen Tour ohne größere Steigungen einlädt, eine schöne Ergänzung zum Aufstieg auf die Burg. In den warmen Monaten lässt sich am Fluss auch kurz innehalten, die Füße im Wasser, auch wenn es hier keine offizielle Badestelle gibt und die Strömung nach Regen stärker sein kann, als sie aussieht.

Was Sie heute auf der Burg sehen

  • Reste der Umfassungsmauern und Fundamente des früheren Palas
  • einen Aussichtsturm, von dem aus man das Tal der Jizera und die umliegenden Hügel überblickt
  • Informationstafeln zur Geschichte der Burg und ihrer Besitzer
  • gelegentlich geführte Besichtigungen und Arbeitseinsätze des örtlichen Vereins

Der Eintritt ist meist frei oder gegen eine symbolische, freiwillige Spende für die Restaurierung möglich, die genauen Bedingungen können sich jedoch ändern – es lohnt sich, vor der Fahrt die aktuellen Informationen des betreuenden Vereins zu prüfen.

Der Verein, Arbeitseinsätze und wie man mit anpacken kann

Um die Instandsetzung der Ruine kümmert sich ein örtlicher Verein, der jedes Jahr Wochenend-Arbeitseinsätze organisiert – Mauerarbeiten, das Entfernen von wildem Gehölz oder die Vorbereitung kultureller Veranstaltungen. Für Interessierte von außerhalb stehen die Einsätze meist auch ohne Vorerfahrung mit Mauerwerk offen, man kommt einfach in Arbeitskleidung und meldet sich über die Website oder die Facebook-Seite des Vereins an. Wer aktiven Urlaub mag, kann den Ausflug nach Zvířetice so mit einem Vormittag Arbeit am Denkmal verbinden und sich den Nachmittag für die Aussicht vom fertigen Punkt aufheben.

Anreise von Jičín aus

Von Jičín aus sind es bis Zvířetice etwa 35 Kilometer, also rund vierzig Minuten mit dem Auto über Mnichovo Hradiště und Bakov nad Jizerou. Die Strecke führt über eine kurvenreiche Straße durch Felder und Feldgehölze, rechnen Sie also eher mit einer langsamen, malerischen Fahrt als mit einer Autobahnstrecke. Parken kann man direkt im Dorf Zvířetice, von wo ein markierter Weg zur Burg hinaufführt. Wer ohne Auto unterwegs ist, nimmt den Zug bis Bakov nad Jizerou und geht von dort etwa zwanzig Minuten zu Fuß.

Diese Entfernung macht Zvířetice zur idealen Ergänzung eines Ausflugs zum Schloss Mnichovo Hradiště – beide Orte liegen nur wenige Kilometer auseinander und lassen sich ohne Hetze an einem Tag verbinden.

Kombination mit weiteren Ausflügen

Wer einen ganzen Tag Zeit hat, kann die Route bis nach Mladá Boleslav verlängern, wo sich das Zentrum des Automobilherstellers Škoda samt Museum zur Geschichte der Autoproduktion befindet, oder umgekehrt über Sobotka zurück nach Jičín fahren und sich den Nachmittag für einen Spaziergang durch den Park Zebín oder einen Abstecher auf den Šibeniční vrch aufheben. Wir empfehlen unseren Gästen, Zvířetice eher für den Vormittag einzuplanen – im Sommer bietet der Sporn über der Jizera kaum Schatten, und die Nachmittagssonne kann dort ordentlich brennen.

Praktischer Tipp zum Schluss

Ziehen Sie festes Schuhwerk an – das Gelände der Ruine ist uneben, stellenweise geht es über Steine ohne Geländer, sodass es sich mit kleinen Kindern lohnt, an der Hand zu gehen. Mit Hund an der Leine ist der Besuch problemlos möglich, für die Burg oder ihre Umgebung gelten keine besonderen Einschränkungen. Wer eine Decke und etwas zu essen mitbringt, findet auf der Wiese unterhalb der Burg einen ruhigen Platz für ein Picknick mit Blick auf Mauer und Turm – bedenken Sie nur, dass es dort keinen Mülleimer gibt, nehmen Sie also Ihren Abfall wieder mit. Und wenn Sie schon dort sind: Setzen Sie sich für einen Moment auf die Mauer unter dem Turm und lauschen Sie dem Fluss im Tal – diese Stille, die dort selbst am Wochenende herrscht, ist einer der Gründe, warum die Einheimischen immer wieder hierher zurückkehren.

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