Ruine Bradlec: eine stille Ruine über der Landschaft
Die Ruine Bradlec liegt nur wenige Kilometer von der Chata Syřenov entfernt und bietet einen stillen Blick auf Riesengebirge und Böhmisches Paradies.
Ruine Bradlec: eine stille Ruine über der Landschaft
Die Ruine Bradlec liegt auf einem bewaldeten Hügel nur wenige Kilometer von Syřenov entfernt, und genau deshalb ist sie für uns der "Hausausflug", den wir Gästen der Chata Syřenov gleich für den ersten Nachmittag nach der Ankunft empfehlen. Anders als bei der Burg Kost oder der Ruine Trosky kommen hier keine Reisebusse voller Touristen an – meist trifft man höchstens zwei, drei andere Wanderer, selbst an einem Sommersamstagnachmittag.
Der Weg von der Hütte
Von der Chata Syřenov sind es bis zum Fuß des Hügels knapp zwei Kilometer, erreichbar über einen Waldweg oder eine kleine Straße Richtung Bradlec und Bradlecká Lhota, der Aufstieg zur Ruine selbst dauert weitere 20–25 Minuten leicht bergauf auf einem gut gepflegten Weg. Für Hin- und Rückweg sollte man insgesamt etwa eine Stunde bis anderthalb Stunden im gemütlichen Tempo einplanen, mit kleineren Kindern ruhig etwas mehr – der Höhenunterschied ist nicht groß, aber das letzte Stück merkt man schon. Wer lieber mit dem Auto fährt, kann am Waldrand bei Bradlecká Lhota parken und in 10 Minuten zu Fuß hinaufgehen, allerdings gibt es dort nur wenige Parkplätze, die in der Saison oft belegt sind.
Der markierte Wanderweg führt von Syřenov aus praktisch die ganze Zeit durch den Wald, deshalb ist es auch im Sommer angenehm schattig, und normale Wanderschuhe reichen völlig – steile oder ausgesetzte Abschnitte gibt es keine. Im Winter, wenn Schnee liegt, gehen wir fast genauso oft zur Bradlec wie im Sommer – nur auf dem letzten Stück ist etwas Vorsicht angebracht, der Weg kann auf gefrorenem Schnee rutschig sein.
Was man an der Ruine findet
Von der Burg, die hier seit Anfang des 14. Jahrhunderts stand und den Herren von Vartenberk gehörte, sind vor allem Mauerreste, ein Turmstumpf und die Umrisse eines Grabens erhalten. Es ist kein großes Bauwerk wie Kost, eher ein paar Steinfragmente, die sich die Natur über die Jahrhunderte schön zurückerobert hat – zwischen den Mauern wachsen alte Buchen, in den Felsspalten hält sich Moos. Genau das macht Bradlec so angenehm: keine Touristenattraktion mit Kasse und Souvenirshop, sondern ein Ort, an dem man sich auf einen Stein setzt, das mitgebrachte Essen auspackt und dem Wald zuhört. Der Eintritt ist frei und das Gelände ganzjährig zugänglich, keine Öffnungszeiten, kein Ticket.
Der Hauptgrund, warum wir Gäste hierher schicken, ist aber die Aussicht. Vom Gipfel sieht man bei klarem Wetter auf der einen Seite bis nach Jičín und ins Böhmische Paradies, auf der anderen Seite öffnet sich der Blick auf die ersten Hänge des Podkrkonoší und bei guter Sicht sogar auf die entfernteren Kämme des Riesengebirges (Krkonoše). Am schönsten ist es abends, wenn die Sonne tief steht und das ganze Tal unter einem golden aufleuchtet – wir gehen mit Gästen bewusst auch zum Sonnenuntergang auf die Bradlec, der Rückweg im Dunkeln über den Waldweg funktioniert problemlos mit dem Handylicht.
Umgebung und Kombinationsmöglichkeiten
Wer aus dem Nachmittag eine längere Runde machen will, kann von Bradlec zu Fuß oder mit dem Rad weiter Richtung Berg Tábor oder zum Kozákov gehen, einem beliebten Aussichtshügel, wo man außerdem geschliffene böhmische Granate oder Bergkristalle direkt von lokalen Steinschleifern kaufen kann – Kozákov ist von Syřenov aus etwa 20 Autominuten entfernt. Bis nach Lomnice nad Popelkou selbst, mit ein paar Geschäften, einer Bäckerei und einem gemütlichen Restaurant am Marktplatz, sind es von der Hütte nur 5 Kilometer mit dem Auto oder knapp 15 Minuten mit dem Rad. Wer noch weiter will, fährt nach Jičín, das man in etwa 25 Autominuten erreicht, und rundet den Tag mit einem Bummel über den Ring oder einem Schlossbesuch ab.
Bradlec kombinieren wir oft auch mit einer morgendlichen Runde direkt von der Hütte aus – man startet nach dem Frühstück, erreicht die Ruine gegen zehn Uhr, wenn dort fast niemand ist, und hat den Nachmittag frei zum Baden in den umliegenden Teichen oder für einen Ausflug weiter in die Region. Genau deshalb empfehlen wir Syřenov Gästen, die wenigstens einen Tag ganz ohne Auto verbringen möchten: das meiste Sehenswerte lässt sich zu Fuß oder mit dem Rad direkt von der Hütte aus erreichen.
Praktischer Tipp zum Schluss
Taschenlampe oder Stirnlampe mitnehmen, auch wenn es so aussieht, als käme man noch bei Tageslicht zurück – nach Einbruch der Dunkelheit ist selbst das schwache Licht vom Handy auf dem Waldweg hilfreich, und vor allem rechtzeitig vor Sonnenuntergang losgehen, der im von Hügeln umgebenen Podkrkonoší etwas früher eintritt, als man erwarten würde.