Kozákov: der höchste Berg des Böhmischen Paradieses und ein Paradies für Steinsammler
Der Kozákov, höchster Gipfel des Böhmischen Paradieses, liegt keine 25 Autominuten von der Chata Syřenov entfernt.
Der Kozákov ist mit 744 Metern der höchste Berg des Böhmischen Paradieses (Český ráj), und wenn unsere Gäste in Syřenov nach einem Ausflug mit richtig gutem Blick fragen, schicken wir sie genau hierher. Von unserer Chata sind es rund 18 Kilometer, mit dem Auto über Lomnice nad Popelkou und Semily keine 25 Minuten – und schon sind Sie vom ruhigen Vorgebirge direkt auf dem Dach der ganzen Region. Den Gipfel sehen wir von unserer Chata aus sogar von der Terrasse aus, an klaren Tagen – ein kleiner morgendlicher Weckruf, dass heute genau der richtige Tag für den Ausflug ist.
Anfahrt vom Chata Syřenov
Am bequemsten fährt man Richtung Semily und von dort über eine schmale, kurvige Straße hinauf zum Gipfel, wo direkt am Aussichtsturm ein gebührenpflichtiger Parkplatz liegt (etwa 30 Kronen für den ganzen Tag). Wer das Auto weiter unten stehen lassen und durch den Wald laufen möchte, parkt im Dorf Radostná pod Kozákovem – von dort sind es gemütliche 20 Minuten zu Fuß bis zum Gipfel. Wir selbst fahren lieber über Semily, weil man unterwegs zum Mittagessen anhalten oder donnerstags auf dem dortigen Markt hausgemachten Käse und Honig kaufen kann.
Ohne Auto kommt man mit dem Bus zumindest bis Semily oder Lomnice nad Popelkou und geht von dort auf markiertem Weg weiter – am Wochenende fahren die Busse allerdings selten, daher empfehlen wir eher Fahrrad oder Auto.
Aussichtsturm mit Blick auf das Riesengebirge und den Ještěd
Seit 2005 steht auf dem Gipfel ein knapp 30 Meter hoher Steinturm, errichtet an der Stelle eines alten Sendemasts. Bei klarer Sicht sieht man von der Plattform nicht nur das gesamte Riesengebirge (Krkonoše) mit der Schneekoppe, sondern auch den Ještěd, den Bezděz, den Máchovo-See und praktisch das ganze Böhmische Paradies wie auf einer Landkarte – einschließlich der Burgruine Trosky, die man von hier sofort an ihren zwei Felstürmen erkennt. Der Eintritt ist symbolisch: 30 Kronen für Erwachsene, 20 Kronen für Kinder und Senioren. Der Turm ist saisonal geöffnet, etwa von April bis Oktober, außerhalb der Hauptsaison nur an Wochenenden und Feiertagen, im Juli und August täglich von 10 bis 18 Uhr.
Der Berg der Edelsteine
Der Kozákov ist mehr als ein Aussichtspunkt – er ist eine geologische Legende des ganzen Böhmischen Paradieses. Schon seit dem 18. Jahrhundert findet man in den verwitterten Basalten und Melaphyren Achate, Jaspis, Amethyste und Quarzkristalle, die die einheimischen Sammler schlicht "Steinchen" nennen. Hierher kommen Sammler aus ganz Europa, und wer ein paar Stücke als Andenken mitnehmen möchte, muss nicht einmal selbst graben – an den Verkaufsständen direkt beim Turm gibt es geschliffene und rohe Steine schon für ein paar Kronen.
Das Fest Kozákovské pukání
Einmal im Jahr, meist im Juni, findet im nahen Weiler Bystrá das Fest Kozákovské pukání statt – wörtlich "das Kozákover Knacken". Man kauft dort sogenannte Konkretionen, runde Steinknollen, und schlägt sie selbst mit dem Hammer auf. Vorher weiß niemand, ob innen ein leerer Hohlraum oder ein wunderschöner violetter Amethyst steckt. Mit Kindern ist das ein Erlebnis, an das sie sich länger erinnern als an den Aussichtsturm selbst, und wir empfehlen es Familien mit Schulkindern gern als Programm für einen ganzen Nachmittag. Wer sehen möchte, wie die schönsten Funde zu Schmuck verarbeitet aussehen, sollte auf der Rückfahrt in Turnov vorbeischauen, nur wenige Kilometer vom Kozákov entfernt, wo das Museum des Böhmischen Paradieses (Muzeum Českého ráje) eine reiche mineralogische Sammlung zeigt.
Gleitschirmfliegen über dem Land
Der Kozákov ist dank seiner Höhe und des offenen Nordhangs einer der beliebtesten Startplätze für Gleitschirm- und Drachenflieger in Nordböhmen. An Wochenenden mit gutem Wind geht es hier lebhaft zu – die Piloten reihen sich am Start unterhalb des Turms auf, und innerhalb weniger Minuten können gut zehn von ihnen gleichzeitig in der Luft sein. Wer nur zuschaut, bekommt ein kostenloses Schauspiel, dem man locker eine Stunde zusehen kann. Manche lokalen Piloten bieten auch Tandemflüge für Besucher an, Infos dazu finden Sie direkt vor Ort am Aushang beim Startplatz.
Die beste Zeit für den Kozákov
Im Frühling, Ende April und im Mai, blühen an den Hängen unterhalb des Gipfels Wiesen voller Schlüsselblumen und später auch Orchideen – zu dieser Zeit ist es dort überraschend leer, weil die Hauptsaison erst beginnt. Im Juni kommen wegen des Kozákovské pukání viele Besucher, in den Sommerferien ist am Gipfel am meisten los, vor allem an Wochenenden. Am liebsten fahren wir aber im Herbst hin – im Oktober trägt der umliegende Wald seine schönsten Farben, und vom Turm aus reicht die Sicht bei klarem Wetter am weitesten, weil die Luft klarer ist als im Sommer. Im Winter ist der Turm geschlossen, aber die Umgebung des Kozákov belebt sich dann mit Langläufern, wenn genug Schnee liegt.
Wanderwege rund um den Gipfel
Zum Kozákov führen mehrere markierte Wege, unseren Gästen empfehlen wir meist diese drei:
- Von Semily – rote Markierung, etwa 7 km, 350 Höhenmeter, rechnen Sie mit zwei Stunden Gehzeit.
- Von Radostná pod Kozákovem – die kürzeste Variante, knapp 2 km, auch für Familien mit kleinen Kindern in 30–40 Minuten machbar.
- Kammweg von Troskovice – eine längere Runde über den Kozákovský-Kamm mit weiteren Felsaussichten, rechnen Sie mit einem halben Tag.
Im Winter, wenn genug Schnee liegt, werden auf dem Kamm auch Loipen gespurt – die Einheimischen fahren lieber hierher als ins Riesengebirge, weil es näher ist und es keine Warteschlangen gibt.
Wo man etwas isst
Direkt am Turm gibt es in der Saison einen Imbiss mit Würstchen und Langosch, mehr sollte man aber nicht erwarten. Für ein richtiges Mittagessen empfehlen wir die Fahrt hinunter nach Radostná pod Kozákovem, wo ein gemütliches Gasthaus mit Hausmannskost und Hauptgerichten für etwa 150–180 Kronen wartet. Wir selbst kehren dort ab und zu zum Svíčková-Sonntagsessen ein. Wer es lieber ruhiger mag, kann noch ein Stück weiter nach Sedmihorky fahren, wo bei den alten Molkekurbädern ein schönes Gartenrestaurant mit saisonaler Küche wartet.
Zum Schluss noch ein praktischer Tipp: Fahren Sie unter der Woche vormittags zum Kozákov, wenn Sie Turm und Parkplatz für sich allein haben möchten – an Sommerwochenenden ist es oben voll, und die Warteschlange am Turmeingang kann gut zwanzig Minuten dauern.