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Böhmisches Paradies im Sommer: Baden, Felsen und Ausflüge

Das Böhmische Paradies im Sommer bietet Baden in Naturteichen, kühle Felsenlabyrinthe und Aussicht vom Kozákov – Tipps der Chata Syřenov.

Das Böhmische Paradies (tschechisch Český ráj) im Sommer bedeutet vor allem eines – morgens im Wald, nachmittags im Wasser. Die Temperaturen klettern hier im Juli und August meist auf 27 bis 30 °C, aber schon ein Schritt unter die Bäume der Prachovské skály oder in den Wald unterhalb des Kozákov bringt fünf Grad Abkühlung. Wir wohnen direkt in Syřenov, einem kleinen Dorf am Fuß des Kozákov, und verbringen den Sommer hier ähnlich wie unsere Gäste – morgens mit dem Rad, nachmittags am Wasser, abends auf der Terrasse am Grill, bis es ganz dunkel wird.

Wo man bei uns baden kann

Am nächsten zur Hütte liegt das Freibad in Lomnice nad Popelkou, 3 Kilometer entfernt, geöffnet meist von Mitte Juni bis Ende August, Eintritt 60 Kronen für Erwachsene, 40 Kronen für Kinder. Es ist ein klassisches Gemeindebad mit Rasenfläche drumherum, ideal für einen Vormittag mit Kindern. Wer es wilder mag, fährt zum Teich Věžák bei Vyskeř, etwa 20 Kilometer von der Hütte entfernt – Naturbaden in klarem Wasser, ohne Eintritt, aber auch ohne Infrastruktur, also Schatten und Getränke selbst mitbringen. Wir verbinden das meist mit einem Nachmittagsstopp an der Ruine Trosky, die von dort über das ganze Tal zu sehen ist.

Ein Felsenlabyrinth, in dem es auch im August kühl bleibt

Die Jinolické skály, nur 5 Kilometer von Syřenov entfernt, sind im Sommer ideal für einen heißen Nachmittag – die schmalen Schluchten zwischen den Sandsteinblöcken halten Schatten und Kühle auch an Tagen, an denen es auf den Wiesen über 28 °C hat. Die Runde um die Felsen ist etwa 3 Kilometer lang und in anderthalb Stunden in gemütlichem Tempo zu schaffen. Wer die wirklich große Felsenstadt sehen will, fährt zu den Prachovské skály (30 km), im Sommer empfehlen wir aber, spätestens um 9 Uhr morgens loszufahren – der Parkplatz beim Teich Vidlák ist an Wochenenden nach zehn Uhr oft voll, der Eintritt kostet 90 Kronen für Erwachsene.

Der Kozákov in voller Sommersaison

Im Sommer hat der Aussichtsturm auf dem Kozákov (7 km von der Hütte) täglich geöffnet, meist von 9 bis 18 Uhr, der Aufstieg zur Plattform kostet 40 Kronen. Vom Gipfel sieht man an einem klaren Tag nicht nur den ganzen Kamm des Riesengebirges, sondern auch den Ještěd, und bei wirklich guter Sicht angeblich sogar die Schneekoppe. Der Kozákov ist außerdem bekannt für Fundstellen von Halbedelsteinen – Granaten und Achaten – und um den Gipfel führt ein kurzer Lehrpfad mit Beispielen der örtlichen Mineralien, den auch kleinere Kinder in 40 Minuten schaffen.

Was man bei kühlerem Wetter unternimmt

Nicht jeder Sommertag im Podkrkonoší ist tropisch. Zieht es sich zu, schicken wir unsere Gäste entweder mit dem Rad auf die markierten Strecken rund um Tábor und den Kozákov, oder nach Lomnice nad Popelkou zum Eis in die Konditorei am Marktplatz – eine Kugel kostet dort 30 Kronen, mit hausgemachten Sorten je nach Saison, im Juni etwa Erdbeere von lokalen Feldern.

Wo man in der Nähe nach einem Tag draußen zu Abend isst

Nach einem Tag auf dem Rad oder am Wasser ist es angenehm, nicht weit fahren zu müssen. In Syřenov selbst gibt es nur einen kleinen Laden mit Grundnahrungsmitteln, aber in Lomnice nad Popelkou (3 km) haben im Sommer die Gärten zweier Restaurants mit Abendmenü ab etwa 180 Kronen geöffnet, eines davon serviert regelmäßig auch Gegrilltes direkt auf der Terrasse mit Blick auf die Kirche. Eine Reservierung fürs Wochenende empfehlen wir mindestens einen Tag im Voraus, im Juli und August ist oft alles voll.

Heidelbeeren und Waldfrüchte im Sommer

Ende Juni und der ganze Juli stehen hier im Zeichen der Heidelbeeren – die Wälder unterhalb des Kozákov und rund um Tábor sind voller Heidelbeersträucher, und wer einen Eimer mitnimmt, sammelt in anderthalb Stunden locker genug für einen ganzen Kuchen. Wir backen ihn dann oft direkt in der Hütte, und Gäste, die gerade ankommen, bekommen ein Stück zum Probieren. Später, im August, kommen entlang der Waldwege noch Brombeeren dazu, vor allem an den Südrändern des Waldes, wo mehr Sonne hinkommt.

Ganztägige Radtour zum Kozákov und zurück über Semily

Wer einen ganzen Tag mit dem Rad verbringen möchte, dem empfehlen wir die Runde über den Kozákov, hinunter nach Semily und zurück durch das Tal der Javorka – insgesamt etwa 35 Kilometer, mit Höhenmetern, die auch ein weniger trainierter Radfahrer in fünf bis sechs Stunden mit Pausen schafft. In Semily kann man direkt am Fluss zu Mittag essen, der Rückweg entlang der Javorka ist flach und führt größtenteils abseits der Hauptstraße.

Abende und der Nachthimmel

Syřenov hat außerhalb des Dorfkerns keine Straßenbeleuchtung, deshalb sieht man an mondlosen Sommernächten die Milchstraße mit bloßem Auge – Gäste nehmen dafür oft eine Decke mit auf die Wiese direkt unterhalb der Hütte. Im August, um den 12. und 13. herum, herrscht zudem das Maximum der Perseiden, und von der Wiese unter der Hütte haben wir einmal über dreißig in einer Stunde gezählt.

Was man für einen Tagesausflug mitnehmen sollte

Weder bei den Felsen noch auf dem Kozákov kann man unterwegs etwas zu essen kaufen, deshalb bringen Gäste zur Hütte eigene Verpflegung mit, genug zu trinken und im Sommer unbedingt Sonnencreme – an den offenen Aussichtspunkten beim Kozákov brennt die Sonne auch bei leichtem Wind. Bargeld lohnt sich für den Eintritt zu den Felsen und kleine Snacks an den Parkplätzen, Kartenzahlung funktioniert dort meist nicht. Festes Schuhwerk ist Pflicht, auf den Felsen ist es wegen des feinen Sandes auf den Wegen auch bei Trockenheit oft rutschig.

Praktische Tipps für den Sommeraufenthalt

Die Hütte hat eine Terrasse mit Grill, den Gäste frei nutzen können, Holzkohle gibt es in Lomnice nad Popelkou im örtlichen Laden. Parkplätze haben wir direkt an der Hütte für zwei Autos. Abends lohnt es sich, eine Decke mitzunehmen und auf die Wiese gleich bei der Hütte zu gehen – hier gibt es keine Straßenbeleuchtung, sodass man an einer klaren Nacht die Milchstraße genauso gut sieht wie vom Gipfel des Kozákov. Mit dem Rad kommt man direkt von der Hütte aus zu den Felsen und zum Aussichtsturm, die ersten 5 Kilometer führen über einen Waldweg ohne Autos.

Praktischer Tipp zum Schluss: Wer im Juli oder August zu den Prachovské skály fährt, sollte genug zu trinken mitnehmen – in der Felsenstadt selbst gibt es keinen Kiosk, die nächste Verpflegung ist erst am Parkplatz, und der Weg zwischen den Felsen dauert mit Pausen locker drei Stunden.

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