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Schloss Mnichovo Hradiště und die Wallenstein-Gruft

Schloss Mnichovo Hradiště: Empire-Säle und die Wallenstein-Gruft, nur eine halbe Autostunde von Jičín entfernt.

Schloss Mnichovo Hradiště liegt keine halbe Autostunde von Jičín entfernt und wirkt trotzdem wie aus einer ganz anderen Welt – einer Welt aus Empire-Leuchtern, Familienporträts und dreihundert Jahre alten Geheimnissen. Wer hierher einen Ausflug macht, nimmt nicht nur die Besichtigung der Schlossräume mit, sondern auch einen Spaziergang zur Gruft, in der der Überlieferung nach Albrecht von Wallenstein selbst seine letzte Ruhe fand.

Der Familiensitz der Wallensteins über dem Städtchen

Die Herrschaft Mnichovo Hradiště gehörte den Wallensteins ab dem 17. Jahrhundert praktisch bis 1945, also fast dreihundert Jahre lang. Die ursprüngliche Renaissance-Feste brannte Anfang des 19. Jahrhunderts nieder, und die Familie ließ ein neues Schloss errichten – schlicht, elegant, im damals modischen Empire-Stil. Genau dieser Umbau gab dem Schloss das Aussehen, das wir heute bewundern, und macht es zu einem der bedeutendsten Empire-Baudenkmäler der Region.

Im Inneren sind sechzehn Repräsentationsräume erhalten: eine Familienbibliothek mit Tausenden von Bänden, eine Porträtgalerie mehrerer Generationen der Wallensteins, Empire-Möbel und ein kleines Schlosstheater, in dem einst für die Herrschaft und ihre Gäste gespielt wurde. Die geführte Besichtigung dauert etwa eine Stunde und gleicht eher einem Spaziergang durch die Wohnräume einer Adelsfamilie als einer Parade vergoldeter Säle – umso authentischer wirkt sie.

Die Geschichte im Überblick

  • 17. Jahrhundert – die Wallensteins übernehmen die Herrschaft
  • Anfang des 19. Jahrhunderts – Brand der Feste und Umbau im Empire-Stil
  • 1945 – Verstaatlichung des Besitzes nach dem Zweiten Weltkrieg
  • heute – das Schloss wird vom Nationalen Denkmalinstitut verwaltet und ist für Besucher zugänglich

Der Empire-Park und Kleinigkeiten rund um das Schloss

Zum Schloss gehört auch ein weitläufiger englischer Park, der gleichzeitig mit dem Umbau im Empire-Stil entstand und bis heute einen ähnlichen Grundriss bewahrt hat – geschwungene Wege, alte Bäume und hier und da eine Steinbank mit Blick auf die Fassade. Der Park ist auch außerhalb der Besuchszeiten des Schlosses frei zugänglich, sodass Einheimische hier auch abends mit dem Hund oder dem Fahrrad unterwegs sind. Unweit des Schlossgebäudes steht auch eine ehemalige Orangerie, die heute für kurzzeitige Ausstellungen genutzt wird, und eine alte Lindenallee führt bis zum Teich unterhalb des Schlosses, wo es im Sommer angenehm schattig ist.

Die Wallenstein-Gruft in der Stille des Waldparks

Unweit des Schlosses, in einem Wäldchen namens Loreta, steht die Kapelle Mariä Loreto – die Familiengruft der Wallensteins. Erbaut wurde sie Mitte des 18. Jahrhunderts von Arnošt Josef von Wallenstein, und hier ruhen Familienmitglieder mehrerer Generationen. Der Überlieferung nach wurden hierher auch die sterblichen Überreste Albrecht von Wallensteins gebracht, des berühmten und umstrittenen Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges, der 1634 in Eger starb.

Der Ort hat nichts von der Pracht der Schlosssäle oben – er ist eher eine stille Station zwischen den Bäumen, die man zu Fuß in zehn bis fünfzehn Minuten vom Schlosstor aus erreicht. Genau dieser Kontrast, das prunkvolle Schloss auf der einen und die bescheidene Gruft im Wald auf der anderen Seite, macht Mnichovo Hradiště zu einem Ausflug, der lange im Gedächtnis bleibt.

Warum diese Verbindung zu Jičín kein Zufall ist

Wer bei uns in Jičín wohnt, begegnet dem Namen Wallenstein an jeder Ecke – der Valdštejnovo náměstí (Wallenstein-Platz), den Arkaden, dem Jesuitenkolleg. All das ließ Albrecht von Wallenstein errichten, als er Jičín zur Hauptstadt seines friedland-jičíner Herzogtums machte. Der Zweig der Familie in Mnichovo Hradiště verwaltete den Familienbesitz nach seinem Tod weiter und ließ auch die Familiengruft errichten, in die der Überlieferung nach auch er selbst überführt wurde. Der Besuch von Schloss und Gruft wirkt so wie eine natürliche Fortsetzung des Spaziergangs über den Jičíner Marktplatz – nur einige Jahrhunderte und ein paar Kilometer weiter.

Wann und wie zum Schloss

Das Schloss ist für Besucher meist von April bis Oktober geöffnet, außer montags, aber wie bei den meisten Denkmälern lohnt es sich, die aktuellen Öffnungszeiten vorher zu prüfen, besonders außerhalb der Hauptsaison und an Feiertagen. Zur Orientierung:

  • Eintritt: etwa 150 Kč für Erwachsene, 100 Kč ermäßigt, Familienkarten meist günstiger
  • Dauer der Führung: rund 60 Minuten
  • Parken: direkt unterhalb des Schlosses, kostenlos oder gegen eine symbolische Gebühr
  • Anreise: mit Zug oder Bus direkt in die Stadt Mnichovo Hradiště, zum Schloss dann wenige Gehminuten

Die Führungen finden meist nur in der Gruppe mit einem Guide statt, ein eigenständiger Rundgang durch die Innenräume ist nicht möglich – das macht die Besichtigung dafür persönlicher, denn der Guide hat Raum für kleine Familiengeschichten, die auf keiner Tafel stehen. An der Kasse lohnt es sich, nach fremdsprachigem Material zu fragen; Fotografieren im Inneren ist meist ohne Blitz gegen einen symbolischen Aufpreis erlaubt.

Von Jičín aus sind es auf der Straße knapp 25 Kilometer, also etwa eine halbe Stunde Fahrt Richtung Mladá Boleslav. Die Strecke führt durch die offene Landschaft des Böhmischen Paradieses vorbei am Dorf Bosně, sodass schon die Fahrt selbst ein Vergnügen ist – besonders im Frühling, wenn die Obstgärten blühen, oder im Herbst, wenn sich der Schlosspark bunt färbt.

Was sich nach dem Schloss noch anbietet

Wer mehr Zeit hat, kann den Besuch mit einem Spaziergang durch den englischen Schlosspark verbinden, der auch außerhalb der Führungszeiten frei zugänglich ist, oder ein paar Kilometer weiterfahren zur Burgruine Zvířetice über der Jizera. Unseren Gästen im Apartment in Jičín empfehlen wir, für Mnichovo Hradiště den ganzen Vormittag einzuplanen – Schlossbesichtigung, Spaziergang zur Gruft und Mittagessen in einem der Gasthäuser am Marktplatz. Am Nachmittag bleibt dann noch genug Zeit für die Rückfahrt nach Jičín und einen ruhigen Spaziergang unter dem Valdická brána (Waldsteiner Tor) oder auf den Hausberg Čeřovka. Radfahrer können von Mnichovo Hradiště aus auf dem markierten Weg weiter Richtung Jizera und weiter nach Bakov nad Jizerou fahren, von wo aus ein Weg auch zur Burg Zvířetice führt.

Der Marktplatz von Mnichovo Hradiště selbst ist einen kurzen Zwischenstopp wert – eine barocke Säule, die Kirche St. Johannes des Täufers und ein paar Cafés für einen Kaffee vor der Rückfahrt.

Praktischer Tipp zum Schluss

Wenn Sie mit Kindern reisen: Die Besichtigung der Schlossräume eignet sich eher für ältere Schulkinder und Erwachsene – eine Stunde durch Zimmer zu gehen und einem Vortrag zuzuhören, ist für Vorschulkinder oft zu lang. Kleinere Kinder freuen sich dagegen über den Spaziergang im Park und zur Gruft, wo man nicht still in einer Gruppe hinter dem Führer stehen muss, und unterwegs lassen sich Enten auf dem Schlossteich zählen oder Eichhörnchen zwischen den Bäumen suchen.

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