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Wohin im Böhmischen Paradies: 15 Orte, die man gesehen haben muss

Fünfzehn Orte im Böhmischen Paradies, die man nicht verpassen sollte — von den Prachauer Felsen bis Burg Kost, mit Entfernungen ab Jičín.

Wohin im Böhmischen Paradies (Český ráj), wenn nur ein paar Tage Zeit sind und man das Beste sehen will? Wir haben eine Liste von fünfzehn Orten zusammengestellt, die wir Gästen am häufigsten empfehlen — mit genauen Entfernungen ab Jičín, damit jeder plant, was an einem Tag machbar ist und was für den nächsten bleibt.

Das Böhmische Paradies ist das erste geschützte Landschaftsgebiet Tschechiens, ausgewiesen bereits 1955, und überrascht auch nach siebzig Jahren mit seiner Vielfalt — Sandstein-Felsenstädte wechseln sich mit mittelalterlichen Burgen, vulkanischen Kegeln und barocken Schlössern ab. Jičín liegt praktisch in der Mitte, die meisten Orte erreicht man von hier aus in unter einer halben Stunde mit dem Auto.

Die Felsentürme in Prachovské skály und auf dem Hruboskalsko bestehen aus über 90 Millionen Jahre altem Sandstein, den Wasser und Wind über Jahrtausende in die heutigen Formen geschliffen haben — deshalb unterscheiden sich die einzelnen Felsenstädte so stark, obwohl sie nur wenige Kilometer auseinanderliegen.

Felsenstädte, die man zu Fuß erkunden muss

  1. Prachovské skály (5 km ab Jičín) — die bekannteste und meistbesuchte Felsenstadt der Region, ein Netz markierter Wege zwischen bis zu 30 Meter hohen Sandsteintürmen. Eintritt rund 90 Kč, ganzjährig geöffnet, Routen unterschiedlicher Schwierigkeit.
  2. Hruboskalsko — Felsenlabyrinth unterhalb der Ruine Valdštejn (20 km), beliebt auch bei Kletterern. Der Aussichtspunkt Mariánská vyhlídka bietet Blick über die ganze Felsenstadt.
  3. Betlém bei Kacanov (20 km) — eine Reihe barocker Reliefs, direkt in die Sandsteinwand gemeißelt, unweit von Rovensko pod Troskami.
  4. Drábské světničky (25 km) — eine Felsenburg mit erhaltenen Wohnhöhlen über dem Tal des Jordánek, einer der stimmungsvollsten Winkel der Region.
  5. Sedmihorky (22 km) — ehemaliges Kurbad, umgeben von Felsen, heute Ausgangspunkt für viele Kletter- und Wanderrouten.

Burgen und Schlösser mit Geschichte

  1. Burg Trosky (15 km) — zwei Türme, Baba und Panna, auf Basaltschloten eines erloschenen Vulkans. Das Wahrzeichen des Böhmischen Paradieses, bei klarem Wetter schon von Jičín aus zu sehen.
  2. Burg Kost (18 km) — eine der besterhaltenen gotischen Burgen des Landes, umgeben von Teichen und Wald, ohne spätere Umbauten.
  3. Schloss Humprecht (15 km, über Sobotka) — ungewöhnlicher ovaler Jagdschlossbau mit hervorragender Akustik, drinnen finden auch Konzerte statt.
  4. Burg Valdštejn (20 km) — die älteste erhaltene Burg der Region, mit Hruboskalsko durch eine Steinbrücke mit barocken Statuen verbunden.
  5. Burg Vranov (32 km, bei Malá Skála) — Ruine auf einem Felssporn über der Jizera, touristisch weniger überlaufen, aber der Aufstieg lohnt sich für die Aussicht.

Aussichtstürme und Ausblicke

  1. Aussichtsturm auf dem Kozákov (30 km) — vom höchsten Punkt des Böhmischen Paradieses (744 m) sieht man bei klarer Sicht das Riesengebirge und den Ještěd.
  2. Aussichtsturm Mužský (25 km) — Holzturm auf einer Basaltkuppe mit Blick auf die Příhrazské skály.
  3. Milohlídka auf der Čeřovka (direkt in Jičín) — der nächstgelegene Aussichtsturm, vom Zentrum in zwanzig Minuten zu Fuß erreichbar.

Museen und Denkmäler für Regentage und mit Kindern

  1. Dlaskův statek in Dolánky (27 km, bei Turnov) — ein Blockhaus-Gehöft mit Ausstellung zum ländlichen Wohnen, beliebtes Ziel bei Regen.
  2. Museum des Böhmischen Paradieses in Turnov (25 km) — Ausstellung zu Schmuckkunst, Edelsteinen und Geologie der Region, gute Ergänzung zum Ausflug auf den Kozákov, wo früher Granate abgebaut wurden.

So plant ihr Ausflüge ab Jičín

An einem Tag lassen sich bequem zwei bis drei Orte verbinden, wenn sie nah beieinander liegen — etwa Prachovské skály vormittags und Trosky nachmittags, beide unter 15 km von Jičín entfernt. Für weiter entfernte Ziele wie Kozákov oder Vranov solltet ihr einen ganzen Tag samt Anfahrt einplanen. Mit dem Auto erreicht man alles, bei den Felsenstädten und Burgen gibt es kostenpflichtige Parkplätze für 30 bis 80 Kč pro Tag. Mit dem Rad sind die meisten Orte über markierte Radwege verbunden, nur nach Vranov und auf den Kozákov erwartet euch ein längerer Anstieg. Auch ohne Auto erreicht man die Hauptorte mit öffentlichen Verkehrsmitteln — in der Saison fahren Busse nach Sobotka, Turnov und zur Burg Trosky, an Wochenenden solltet ihr aber mit selteneren Verbindungen rechnen.

Familien mit kleinen Kindern empfehlen wir, mit Prachovské skály und Betlém bei Kacanov zu beginnen — beide Strecken sind unaufwendig und auf befestigten Abschnitten auch mit Kinderwagen machbar.

Wann Burgen und Schlösser geöffnet sind

Die meisten Burgen und Schlösser der Region haben saisonalen Betrieb. Trosky, Kost, Humprecht und Valdštejn sind meist von April oder Mai bis September geöffnet, im April und Oktober oft nur an Wochenenden, im Winter ganz geschlossen — das solltet ihr bei der Planung außerhalb der Hauptsaison bedenken. Felsenstädte wie Prachovské skály oder Hruboskalsko sind dagegen ganzjährig zugänglich, im Winter allerdings ohne Verpflegung unterwegs. Die Aussichtstürme auf dem Kozákov und dem Mužský sind nur bei schlechter Sicht eingeschränkt, sonst praktisch immer offen.

Zwei Tipps für Tageskombinationen

  • Felsen und Burg — vormittags Prachovské skály, nachmittags Burg Trosky, zusammen keine 25 km Autofahrt und Wanderwege an beiden Orten.
  • Schlösser und Museum — vormittags Schloss Humprecht, nachmittags das Museum des Böhmischen Paradieses in Turnov, wo auch die Granate zu sehen sind, die einst auf dem Kozákov abgebaut wurden.

Wo man an den einzelnen Orten essen kann

Bei Prachovské skály und Trosky gibt es Gaststätten direkt an den Parkplätzen, rechnet mit rund 150–200 Kč für ein Hauptgericht. In Sobotka und Turnov gibt es am Platz eine Auswahl an Cafés und Konditoreien. Bei Kost und Humprecht gibt es kein Restaurant direkt am Eingang, nehmt euch also einen eigenen Snack mit. Im Juli und August bildet sich bei Kost und Trosky oft eine Schlange an der Kasse, fahrt also lieber vor zehn Uhr morgens hin oder reserviert die Tickets vorher online.

Praktischer Tipp zum Schluss

Ladet euch vor der Abfahrt eine Offline-Karte der Region herunter — in den tieferen Teilen der Felsenstädte wie Hruboskalsko oder Drábské světničky fällt der Handyempfang oft aus, und trotz Markierung gibt es dort viele Abzweigungen. Wir legen Gästen zu Hause immer eine Papierkarte des tschechischen Wandervereins hin, die mehr Details zeigt als ein Handy.

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