Schloss Hrubá Skála: über der Felsenstadt
Schloss Hrubá Skála thront direkt über der Felsenstadt, 16 km von Jičín, und bietet einen der bekanntesten Ausblicke im Böhmischen Paradies.
Schloss Hrubá Skála thront direkt auf der Kante der Sandsteintürme der Felsenstadt von Hrubá Skála und gehört zu den Anblicken, die wohl jeder aus dem Böhmischen Paradies (Český ráj) mitnimmt – die weiße neugotische Silhouette über den Kiefernwipfeln ist eine der meistfotografierten Szenerien der ganzen Region. Von unseren Apartments in Jičín sind es bis zum Parkplatz unterhalb des Schlosses sechzehn Kilometer, mit dem Auto gut zwanzig Minuten, mit dem Rad über die Hügel etwa eine Stunde, und wir empfehlen es Gästen als Pflichthalt gleich nach den Felsen von Prachov (Prachovské skály).
Schloss auf dem Felsen: Geschichte von der Gotik bis zur Romantik
Die erste Festung an dieser Stelle stand bereits im 14. Jahrhundert und bewachte den Handelsweg, der durch die Felsenstadt führte. Der Renaissance-Umbau folgte im 16. Jahrhundert, doch seine heutige romantische Gestalt mit Türmchen und Zinnen erhielt das Schloss erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als es die Familie Aehrenthal im neugotischen Stil umbauen ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Erholungsheim, heute betreibt man darin ein Hotel mit Restaurant – die Innenräume besichtigt man also nicht wie in einem Museum, doch der Park rund um das Schloss und die Aussichtspunkte über den Felsen sind für jeden frei zugänglich.
Die Felsenstadt von Hrubá Skála unter dem Schloss
Unterhalb der Schlossgartenmauer öffnet sich ein Labyrinth aus Sandsteintürmen, Gassen und Schluchten, das im Gegensatz zu den Felsen von Prachov frei zugänglich ist, ohne Eintritt. Die markierte Runde von knapp drei Kilometern schafft man bequem in einer bis anderthalb Stunden, vorbei am Aussichtspunkt Mariánská mit Blick in die Tiefe der Felstürme und an der Stelle, von der aus sich das sogenannte "versteinerte Schloss" (Zkamenělý zámek) am besten fotografieren lässt – der Blick zurück auf die Silhouette von Hrubá Skála über den Baumwipfeln. In den engsten Gassen ist es selbst im Sommer angenehm kühl, was wir Gästen an heißen Tagen ausdrücklich empfehlen zu nutzen.
Von dort zu Fuß zur Burg Valdštejn
Durch die Felsenstadt führt ein markierter Weg direkt zur Burg Valdštejn, knapp zwei Kilometer entfernt, also etwa eine halbe Stunde zügiger Fußweg. Valdštejn ist eine kleinere Burg auf einer Felsnadel, umgeben vom Teich Domácnice, mit einem hölzernen Steg und Engelsstatuen entlang des Zugangswegs – Familien mit Kindern empfehlen wir sie vielleicht sogar mehr als Hrubá Skála selbst, denn die Besichtigung ist kurz, und den Kindern gefallen sowohl die Brücke als auch die Ausblicke von der Wehrmauer. Der Eintritt nach Valdštejn kostet meist etwa 90 Kč für Erwachsene und 50 Kč für Kinder, geöffnet ist saisonal von April bis Oktober.
Wann losfahren und wo parken
Der Parkplatz direkt unterhalb des Schlosses im Dorf Hrubá Skála ist kostenpflichtig, rechnet je nach Saison mit etwa 60 bis 100 Kč pro Tag. An Sommerwochenenden ist er oft schon gegen zehn Uhr morgens voll, deshalb fahren wir lieber früh am Morgen hin oder erst am späten Nachmittag, wenn das Licht zwischen den Felsen am schönsten wirkt und die Menschenmassen abnehmen. Im Winter ist die ganze Gegend ruhiger, Schnee auf den Felsen hat seinen eigenen Reiz, nur solltet ihr wissen, dass das Restaurant im Schloss ganzjährig geöffnet hat, manche Aussichtspunkte aber wegen Glätte zeitweise gesperrt sein können.
Was sich noch anbietet
Wer einen ganzen Tag Zeit hat, kann die Runde bis zur Ruine Trosky verlängern, etwa sieben Kilometer von Hrubá Skála entfernt – die beiden Türme von Trosky sieht man praktisch von jedem Aussichtspunkt der Umgebung, und zusammen mit Hrubá Skála und Valdštejn bilden sie das klassische Ausflugstrio des Böhmischen Paradieses. Wer die Route lieber verkürzt, kehrt von Valdštejn auf demselben Weg zurück und schafft es dann noch nach Turnov, wo ein Marktplatz mit dem Museum des Böhmischen Paradieses und gemütliche Cafés zum Mittagessen warten.
Entfernungen ab Hrubá Skála im Überblick:
- Burg Valdštejn – knapp 2 km, eine halbe Stunde zu Fuß
- Ruine Trosky – etwa 7 km, ideal mit Rad oder Auto
- Turnov – wenige Kilometer, Museum und Cafés
Praktischer Tipp zum Schluss
Feste Schuhe sind hier wichtiger als sonst irgendwo in der Region – Treppen und Pfade zwischen den Felsen sind nach Regen oft rutschig, auch dort, wo man es nicht erwartet, und durch die engsten Spalten passt man mit Regenschirm oder großem Rucksack nicht hindurch, also besser mit leichtem Gepäck losziehen.