Burg Frýdštejn: Ruine mit rundem Turm
Burg Frýdštejn ist eine Ruine auf Sandsteinfelsen bei Malá Skála mit einem runden, direkt in den Fels gehauenen Turm.
Burg Frýdštejn zählt zu den fotogensten Ruinen im Böhmischen Paradies – sie steht auf Sandsteinfelsen unweit von Malá Skála, und ihr runder, in den Fels gehauener Turm hat es auf so manche Postkarte der Region geschafft. Von unseren Apartments in Jičín aus sind es mit dem Auto etwa 35 Minuten, ideal für einen ganztägigen Ausflug mit Proviant im Rucksack.
Eine Burg, geboren aus dem Fels
Frýdštejn ließen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Herren von Vartemberk errichten, eines der mächtigsten Adelsgeschlechter im damaligen nordöstlichen Grenzgebiet Böhmens. Die Erbauer nutzten natürliche Sandsteinblöcke, in die sie Räume, Treppen und Kellergewölbe hineinhieben, und mauerten nur dort zu, wo der Fels allein nicht ausreichte. Diese Bautechnik ist typisch für das gesamte Böhmische Paradies – man findet sie auch auf Trosky, Valečov oder bei den Drábské světničky –, aber auf Frýdštejn ist sie besonders anschaulich erhalten.
Die Burg diente als Wachposten an der Straße zwischen Turnov und Český Dub und gehörte in ihren besten Zeiten zu den wichtigen Stützpunkten der gesamten Herrschaft. Im Inneren des Felsmassivs sind nicht nur Wohnräume erhalten geblieben, sondern auch eine Zisterne für Regenwasser und Vorratskammern, die so tief in den Fels gehauen wurden, dass darin das ganze Jahr über eine gleichbleibende Temperatur herrschte – eine Lösung, die ihrer Zeit um einige Jahrhunderte voraus war.
Die runde Bastei und die Burg der drei Schwestern
Der markanteste Teil der Ruine ist die runde Bastei, die auf einem eigenen Felsblock sitzt, durch einen schmalen Spalt vom Rest der Burg getrennt. Einst führte eine Zugbrücke oder ein Holzsteg hinüber, heute führen eine Holztreppe und ein Steg dorthin, über die Besucher die Bastei erklimmen. Der Sage nach sollen hier einst drei Burgtöchter gelebt haben, jede mit ihrem eigenen Turm – wie viel historischer Kern in dieser Legende steckt, sei dahingestellt, doch der Name "Burg der drei Schwestern" hält sich in der Gegend bis heute, und lokale Führer erzählen ihn den Kindern gern gleich am Eingang zur Ruine.
Ein Ende ohne großes Drama
Anders als Burgen, die bei einer Belagerung fielen oder im Dreißigjährigen Krieg niederbrannten, endete Frýdštejn leiser. Wie viele kleinere Felsenburgen der Region genügte sie im Laufe des 16. Jahrhunderts nicht mehr den Ansprüchen an komfortables Wohnen und Verteidigung – der Adel zog in Renaissanceschlösser am Fuß der Burgberge, und die Felsensitze wurden nach und nach aufgegeben. Frýdštejn ging also nicht in einer einzigen Schlacht unter, sondern verfiel langsam, bis nur noch die Ruine übrig blieb, die wir heute besuchen.
Was Sie auf Frýdštejn erwartet
Die Besichtigung der Ruine dauert etwa eine Stunde, mit Kindern eher anderthalb, denn die Wege über Holztreppen und Stege begeistern fast jeden kleinen Besucher. Neben der runden Bastei lohnen sich die in den Fels gehauenen Kellerräume und die Reste des Wohnturms einen Blick. Vom höchsten Punkt aus sieht man bei klarem Wetter bis zum Kozákov, in Richtung Ještěd und bei guter Sicht sogar Silhouetten des Podještědí – einer der schönsten Ausblicke in diesem Teil des Böhmischen Paradieses, auch wenn die Burg selbst kein Aussichtsturm ist.
Die Burg wird von einem Verein betreut und ist saisonal zugänglich, etwa von April oder Mai bis September, vor allem an Wochenenden und Feiertagen – vor der Fahrt lohnt es sich, die aktuellen Öffnungszeiten zu prüfen, da sie sich von Jahr zu Jahr leicht ändern. Der Eintritt ist niedrig, in der Größenordnung von ein paar Dutzend Kronen, und vor Ort gibt es an Sommerwochenenden meist eine kleine Erfrischung oder zumindest einen Getränkestand.
Eine Burg für Familien mit Kindern
Frýdštejn gehört zu den Burgen, die auch kleinere Kinder ins Herz schließen – keine langen Schlangen, keine strengen Verbote, den Stein zu berühren, nur Felsen, Treppen und Stege zum Erklettern. Der Übergang über den schmalen Holzsteg über der Felsspalte zur runden Bastei bleibt vielen Kindern noch lange nach der Heimkehr in Erinnerung. Auf der Wiese unterhalb der Burg gibt es genug Platz für Proviant und zum Spielen, und falls den Kindern schon vor dem Gipfel die Kraft ausgeht, lässt sich die Besichtigung leicht auf den unteren Teil der Anlage beschränken, ohne das Haupterlebnis der Bastei zu verpassen.
Ein Waldspaziergang zu den Frýdštejn-Teichen
Wer den Ausflug verlängern möchte, kann vom Parkplatz unterhalb der Burg noch zu den Frýdštejnských rybníky weitergehen – einer ruhigen Wasserfläche, umgeben von Wald, zu der ein bequemer Waldweg ohne größere Höhenmeter führt. Die Strecke hin und zurück dauert etwa eine Stunde und ist auch mit einem geländegängigen Kinderwagen zu schaffen. Im Sommer lässt es sich hier am Wasser sitzen und Enten beobachten, im Winter frieren die Teiche oft so weit zu, dass die Einheimischen aus den umliegenden Dörfern darauf Schlittschuh laufen.
Wie Sie nach Frýdštejn kommen
Von Jičín aus führt die schnellste Route über Turnov, von dort weiter nach Malá Skála und in das Dorf Besedice, unterhalb dessen die Ruine liegt. Der Parkplatz befindet sich direkt an der Straße unterhalb der Burg, von dort führt ein Pfad mit mäßiger Steigung zum Gipfel, den auch kleinere Kinder schaffen, auch wenn am Ende noch ein paar Dutzend Stufen warten. Mit dem Auto rechnen Sie mit einer Fahrzeit von etwa einer halben bis vierzig Minuten, je nachdem, ob Sie im morgendlichen Berufsverkehr oder außerhalb davon losfahren.
Was sich mit dem Ausflug nach Frýdštejn verbinden lässt
Frýdštejn liegt am Rand des Maloskalsko, lässt sich also leicht mit einem weiteren Stopp verbinden:
- Burg Vranov – Ruine am gegenüberliegenden Talhang, ganz in der Nähe von Frýdštejn,
- Suché skály – ein kleineres Felsenlabyrinth etwas weiter Richtung Turnov,
- Aussichtspunkt Kalich – Blick auf Malá Skála und den Fluss Jizera.
Die ganze Route lässt sich zu Fuß von einem Parkplatz aus ablaufen, rechnen Sie aber mit Höhenmetern und festem Schuhwerk, denn die Felspfade sind nach Regen rutschig.
Praktischer Tipp zum Schluss
Planen Sie den Ausflug auf einen Wochentagvormittag, wenn Sie die runde Bastei und ihren Steg ohne Menschenschlange fotografieren möchten – an Sommerwochenenden bilden sich gegen Mittag nämlich kleine Warteschlangen auf der schmalen Treppe. Nehmen Sie Wasser und Proviant mit, vor Ort gibt es kein Restaurant, höchstens gelegentlich einen Stand, und die nächsten Dörfer mit Gasthaus liegen ein gutes Stück entfernt. Wer in Richtung Jičín zurückfährt, kann den Ausflug noch um einen Stopp in Turnov am Marktplatz verlängern, wo es ein paar ordentliche Gasthäuser für ein spätes Mittagessen gibt.